Momente, die es Wert sind.



bei L.
03:49 Uhr
Ich bemerke eine zögerliche Berührung an meinem Bauch...ein sanftes, schüchternes Streicheln. Aber ich bleibe ganz ruhig. Ruhig und harmlos. 

Diese Art von Zärtlichkeit bin ich nicht gewohnt... es verschafft mir eine Gänsehaut. 
Wir liegen nun so dicht bei einander das ich seinen nervösen Atem und sein rasendes Herz spüre. 
Ich berühre seine Hand - will ihm so zeigen, dass ich nichts gegen diese Nähe habe und hebe langsam den Kopf. Ich will dass dieser Moment unendlich ist. Ewig andauert. 
Es ist dunkel im Raum, nur der Mond spendet etwas Licht, so das ich seine leuchtenden Augen und sein liebevolles Lächeln direkt vor mir sehen kann. Unsere Nasen berühren sich. Liebkosen sich... 
Ich liebe diesen Moment vor dem ersten Kuss...diese unglaublich starke Anziehungskraft, die Schüchternheit, die sanften Berührungen und das Herzklopfen. 
... wir kommen uns immer Näher und ich spüre jetzt seinen Atem auf meinen Lippen. Dann der magische Moment - das Feuerwerk. Die Achterbahn der Gefühle. Die Millionen Schmetterlinge im Bauch. Dieses Gefühl, welches dir die Luft zum Atmen raubt. Wir küssen uns. 
Es ist nur der Hauch einer Berührung ... kurzes Innehalten. Schrecksekunde. Dann der nächste Kuss. Diesmal bestimmter. Mit etwas mehr Druck, nicht zu zurückhaltend ... nicht zu aufdringlich. 

wir schlafen zusammengekuschelt ein.

Naja.. bessergesagt, er schläft ein. Ich befinde mich in einem Halbschlaf und habe das Gefühl, dass ich etwas verpassen könnte wenn ich jetzt einschlafe.. Ich schlafe zum ersten mal bei ihm. Auf diese Nacht warte ich seit 2 Jahren.. Aber immer war er vergeben, oder ich hatte grade einen Freund oder wir hatten Streit. Jetzt waren wir beide  single und es hat geklappt. Ich lieg da neben ihm und könnte einfach nur lächeln, weil alle Sorgen vergessen sind. Wir sind allerbeste Freunde. Aber die Gefühle die wir füreinander haben, befinden sich irgendwo zwischen Liebe und Freundschaft. Da sind wir uns einig. Es reicht nicht für eine Beziehung.. im Moment nicht.
Aber bis ebend haben wir uns geküsst, uns gestreichelt und diese Nähe zwischen unseren erhitzten Körpern genossen, zum ersten Mal. So schön hätte ich es mir vorher garnicht vorstellen können. :) Obwohl ich auch froh darüber bin, dass wir nicht miteinander geschlafen haben. Das hätte das Verhältnis zwischen uns verändert.. Es wäre vielleicht nicht mehr so locker gewesen...Davor hatte ich Angst.

Meine Augen sind geschlossen und ich liege ganz ruhig da. Ruhig und harmlos.
Ab und Zu wacht er auf und siehst mich einfach nur an...ich spüre seinen Blick. Bevor er weiterschläft gibt er mir einen Kuss auf die Stirn.. 
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bei M.                                                                                       August 2012

Die letzte Nacht war perfekt. Wir sind noch sehr lange in der Stadt rumgelaufen, haben uns sogar verlaufen.. und mussten alle paar Meter anhalten, weil wir uns küssen wollten. :)
Wir haben so viel gelacht. Händ'chen gehalten. Von einer perfekten Zukunft geträumt. Rumgealbert, aber auch schön über ernstere Themen geredet. Tiefgründiges.

Als wir irgendwann um 00:23 bei ihm zuhause ankamen - er wohnt auf einem Dorf, deshalb ist der Sternenhimmel da so klar - haben wir uns spontan ein Lagerfeuer gemacht. :D Ich habe uns Decken von oben geholt und Kissen und er hat das Feuer angezündet. Ich schätze draußen waren noch um die 13° C .. also perfekt, um sich einzukuscheln.
Es war die Nacht der Meteor-Schauer. Eine Sternschnuppe nach der anderen !
Und wir lagen genau unter der Milchstraße.
Diese Nacht werde ich NIE vergessen.
Er hat so schöne Sachen gesagt. Er hat mich so lieb gestreichelt und geküsst.

Aber der Moment um den es eigentlich geht war..
der nächste Morgen.

Der Moment, als ich aufgewacht bin, ihn noch schlafend direkt vor mir sah und wusste, dass es kein Traum war. Dass ich diese unbeschreibliche Nacht wirklich erlebt habe.
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im Urlaub                                                                               Juli 2012

Ich lag da am Strand. Alleine.
Über mir der Wolkenlose Himmel. Schwarz und so unendlich.

Als Micha (meine Urlaubsbekanntschaft) sich zu mir setzte. Ich hatte ihn garnicht kommen gehört.
Wir lächelten uns an und schwiegen. Er kannte mich. Auch nach der kurzen Zeit. Er war ein guter Menschenkenner. Und ich vertraute ihm. Sofort.
Das war ein Wunder.

Wir blickten hinaus auf's Meer. Auf Kreta gibt es eine Kapelle mitten auf dem Meer. Man kommt nur über einen sehr steinigen Weg dorthin.
Auf einmal kam diese Frage einfach aus meinem Mund.
"Meinst du man könnte da auch Nachts - im Dunkeln - rüber gehen?"
Sein schiefes Grinsen kommt zum Vorschein "Wir könnten es versuchen."
Und schon liefen wir los.. Zum Ende des Strandes, wo der Weg begann.
Wir hielten uns an den Händen und bis zur Ersten Hälfte kamen wir Problemlos, wir hatten schon bemerkt, dass das Wasser immer höher stieg. Aber auf halbem Weg (etwa 300 Meter) kam schlagartig die Flut. Die Wellen waren größer als ich. Und die unebenen Steine unter uns waren rutschig uns nass. Meine neuen Schuhe waren sofort voll mit Wasser und wir hatten Mühe nicht hinzufallen... Aber wir sahen vor uns die wunderschöne kleine Kapelle - und hinter uns den Strand. Der Weg zurück wäre genauso weit gewesen wie der restliche Weg hin.
Wir sahen uns an, und verstanden uns sofort. Wir wollten weitergehen.
Ich krallte mich an ihn. Ich ließ zu, dass ich praktisch auf ihn und seine Kraft angewiesen war.
Wie gesagt, ich vertraute ihm vollkommen.
Er war groß. Viel größer als ich... (etwa 1,91m sagte er. :) Traumgröße.. ich dagegen mit 1.60 m. haha :D ) Er war stark und sportlich und so kamen wir doch noch sicher auf der kleinen Insel der Kapelle an. :) erleichtertes Aufatmen.
Wir sind hineingegangen - Es gab nur einen winzigen Raum, aber der wirklte so gemütlich und liebevoll, dass  meine Platzangst sich garnicht bemerkbar machte. Dort standen 2 riesige Kerzen, die Tagsüber brannten und Nachts immer ausgemacht werden. Daneben waren 2 Behälter mit ganz vielen Kleineren Kerzen, für die Touristen. Man sagt, wenn man den langen und schweren Weg auf sich nimmt und dann eine Kerze anzündet, so wird einem ein Wunsch gewährt. :) Ich habe mir eine dieser Kerzen mitgenommen als Andenken und für später, wenn ich mal einen ganz großen Wunsch habe. :)

Aber für uns kam es garnicht in Frage uns dort eine Mini-Kerze anzuzünden. :)
Wir nahmen mein Glücksfeuerzeug (das glücklicherweise noch funktionierte - denn wir waren durch und durch NASS.) und entfachten die beiden Riesen-Kerzen. Etwa 1 Meter hoch jede.
Ich wünschte mir etwas bei meiner und er wünschte sich etwas bei seiner Kerze. :)
Wir schlossen die Augen und ließen diesen Moment ein bisschen länger werden. Nahmen ihn in uns auf. So dass er unvergesslich wurde.

Wir saßen noch etwa 1 - 2 Stunden vor der Kapelle und redeten. über alles Mögliche.

die Kapelle auf Kreta. Wer mir nicht glaubt - google'n !
einer der unvergesslichen Momente, die es Wert sind, aufgeschrieben zu werden.
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